Schafe, Guinness und Ich

"Wer nie jetzt lebt, lebt nie." Piet Hein

08Oktober
2014

Du schreibst Geschichte

Da sind wir also, zurück in der Gegenwart. Es ist verrückt wie lange ich schon wieder aus Irland weg bin. Mittlerweile wohne ich ja sogar schon fast zwei Monate in Dänemark (1/5 von der Zeit die ich in Irland verbracht habe!!!). Kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht...

Dies ist also mein letzter Eintrag für “Schafe, Guinness und Ich“ und obwohl ich kaum noch Zeit habe überhaupt zu bloggen tut es mir fast weh auch von meinem Blog Abschied zu nehmen. Ich vermisse Irland wahnsinnig doll und kann mich nicht erinnern einen Ort jemals mehr vermisst zu haben.

Also an alle da draußen, die die Chance haben ein Auslandsjahr zu machen, macht es!

Aber mit Hinblick auf den Titel (den ich diesmal von der Band 'Madsen' geklaut habe), schreibe ich noch einmal, dass ich nicht vor habe das bloggen aufzugeben, ich habe immer noch haufenweise Geschichten zu erzählen und möchte sie doch gerne mit denen teilen, die Lust haben sie zu lesen! Es geht also hoffentlich bald aus Dänemark weiter und hoffe dann auch noch etwas auf andere Themen zu erweitern.

Wer also interessiert ist kann sich gerne bei mir melden und ich schreibe euch sobald meine eigene Seite www.leakristina.de soweit ist oder ihr schaut dort einfach regelmäßig nach bis ihr seht, dass was zu sehen ist. 

So, nachdem das alles 'gesagt' ist möchte ich mich gerne bei allen bedanken die meinen Blog gelesen haben und besonders bei denen, die mir Nachrichten und Kommentare hinterlassen haben. Ich habe mich immer wahnsinnig darüber gefreut von jedem von euch zu lesen und es hat mit dem Wissen, das ihr lest was ich schreibe noch viel mehr Spaß gemacht diesen Blog zu schreiben!

Ein riesengroßes Danke schicke ich aber auch an alle die mit dazu beigetragen haben, dass dieses Jahr so wunderschön wurde! Danke also an meine Gastfamilie, an die Sänger und Barkeeper vom Teach Beag, an alle anderen Iren die ich die Ehre hatte kennenzulernen und natürlich auch an Ronja, Carina, Fritzi, Marielen, Lisann, Theresa, Katharina und Marie!

Und zu guter Letzt auch an meine Familie und Freunde zu hause die mich immer unterstützt haben und ganz besonders an meine allerbeste Larofaro, die mich schon immer zum schreiben ermuntert hat! 

Danke an alle! Und hoffentlich bis bald!

06Oktober
2014

Zurück in Irland, Kaffeekassen und Heimreise

Nach ein paar ruhigen und wundervollen Tagen im schönen England sollte unsere Reise am Samstag also weiter Richtung Heimat gehen, blieb bloß noch das Problem, dass unser lieber Kalos noch immer in Irland stand.

Mein Vater und ich machten uns also am Freitagmorgen mit dem Mietwagen auf um diesen am Flughafen abzugeben und zurück nach Cork zu fliegen. Meine Mutter und mein Bruder wollten den letzten Tag noch in Oxford verbringen.

Irland begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und am Ausgang des Flughafens wartete der Mechaniker, der unser Auto repariert hatte. Er fuhr uns zu seiner Werkstatt, erklärte uns was er gemacht hatte, fuhr noch eine kleine Proberunde mit uns, damit wir sicher waren, dass alles wieder funktionierte und als mein Vater im 10 Euro Trinkgeld geben wollte gab er ihm gleich 30 Euro zurück und sagte wir sollten uns davon noch einen schönen Tag machen.

Und das taten wir dann, da es noch immer ziemlich früh war und unsere Fähre zurück erst gegen Abend ging, beschlossen wir uns nochmal 'Blarney Castle' anzusehen, wir verzichteten allerdings darauf den Stein zu küssen, der uns die 'Kunst des Redens' hätte verleihen können, da uns die Schlange viel zu lang war und wir dann doch nicht zu den Menschen gehörten die wirklich daran glaubten. 


Blarney Castle Blarney Garden Blarney Garden

Stattdessen fuhren wir nochmal nach Cork hinein, damit Papa noch ein wenig von Irlands zweitgrößter Stadt sah und wir in einer der kleinen Gassen noch einen Kaffee trinken konnten, bevor wir uns auf dem Weg machten um die 630 Km zurück zu unser Ferienwohnung in England zu fahren.

Nachdem wir unseren Kaffee getrunken hatten, ging mein Vater ins Café um zu bezahlen. 5,70 Euro sollte es kosten, er gab dem Kellner 6 Euro, der wiederum die Kasse öffnete, das Geld hinein legte, die Kasse schloss und dann mit erschrecken merkte, das er meinem Vater ja noch 30 Cent zurück geben musste! Mein Vater winkte ab uns sagte es sei Trinkgeld, aber davon wollte der Kellner nichts hören, er fing also an zu überlegen, wie er bloß die Kasse auf bekommen sollte ohne nochmal etwas zu verbuchen. Mein Vater sagte noch einmal, das es kein Problem wäre und er das Geld doch einfach behalten solle, aber dann viel der Blick des Kellners auf die Kaffeekasse, (er holte einen Hammer unter der Theke hervor und zerschlug das arme Schwein ohne zu zögern. Die Scherben flogen in alle Richtungen, der Kellner lies den Hammer wieder unter der Theke verschwinden, suchte vorsichtig 30 Cent aus den Münzen heraus und gab sie meinem ziemlich verdatterten Vater. Dann drehte er sich um, bückte sich und nahm ein weiteres Sparschwein aus einem Regal, er lächelte verlegen und erklärte meinem Vater, das er für solche Fälle immer eins in Reserve hätte. Mein Vater schüttelte immer noch verwirrt mit dem Kopf, als er aus dem Café kam und mir die Geschichte erzählte, der Kellner aber holte einen Besen und begann die Scherben zusammen zu sammeln...) er holte einen Schlüssel unter der Theke hervor, schloss die Spardose auf, suchte 30 Cent aus den Münzen hervor und gab sie meinem Vater, der belustigt lächelte, als er aus dem Café kam und mir die Geschichte erzählte.

Mit Trinkgeld haben es die Iren eben nicht so...

Es war eine lange und anstrengende Fahrt, wir sahen noch eine ganze Menge von Irland, durchfuhren Wales im dunklen, was ein ziemliches Abenteuer war, da die Straßen dort gefühlt noch schmaler, steiler und kurvenreicher waren als in Irland, und kamen Samstagmorgen, vierundzwanzig Stunden nach unserem Aufbruch wieder in der Ferienwohnung an.

Auch wenn ich nicht gefahren war, blieb ich doch mit meinem Vater wach und war froh auf der weiteren Fahrt Richtung Deutschland etwas schlafen zu können.

Nur wenige Stunden nachdem wir wieder in der Ferienwohnung angekommen waren, brachen wir schon wieder auf. Die Fähre ging von Dover nach Calais (Frankreich) und dann fuhren wir von dort durch Belgien, Holland bis wir um 7 Uhr Sonntagmorgens wieder zuhause in Deutschland ankamen. Mit einem Zwischenstopp im wunderschönen Gent (Belgien) und ohne weitere Probleme endete also unsere kleine Abenteuerreise und somit auch mein wunderbares Auslandsjahr.

Klippen von Dover

 

Und dann, zwei Monate später also auch mein Blog, in dem aber noch ein Eintrag folgen wird!

03Oktober
2014

Oxford, London – England

Irland hatten wir also hinter uns gelassen, das heißt ja noch nicht ganz, aber dazu komme ich noch in meinem nächsten Blogeintrag. Über England habe ich gar nicht so viel zu erzählen und möchte euch hauptsächlich Bilder zeigen.

London London London London London London London London London London  London

 Aber ein/zwei Dinge gibt es da eigentlich doch...

Weil wir am Abend, als wir in unserer Ferienwohnung ankamen keine große Lust mehr hatten zu kochen gingen wird stattdessen in den örtlichen Pub. Und sie da! Der Barkeeper war Ire! Wir kamen nach dem Essen noch mit ihm ins Gespräch und lernten derweil auch noch zwei Stammkunden kennen, der eine war mit einer deutschen verheiratet und zögerte nicht eine Sekunde uns etwas zu trinken auszugeben. Wir blieben also länger als geplant, redeten noch über die Gegend, über Irland über alles mögliche.

Am nächsten Abend gingen wir nochmal zum essen in den Pub und wen trafen wir auf dem Weg dorthin? Den Engländer mit der deutschen Frau! Er fuhr langsam, mit seinem Auto, an uns vorbei klatsche mit meinem Vater ein und sagte, er komme später auch noch. Ach ja Pubs sind doch was schönes! 

Oxford Oxford Oxford Hogwarts? Oxford Oxford

Und über Seehenswürdikeiten in England. Fall ihr überlegt Stonehenge zu besuchen. Vergesst es! Nur weil diese paar alten Steine so berühmt geworden sind, haben sich die Engländer nämlich gedacht, dass sie mit ihnen doch auch einen Haufen Geld verdienen könnten. 15 Pfund kostet es pro Person sich die Dinger anzusehen und selbst dann kommst du nicht näher als 5 Meter an sie ran. Es ist also ein wenig übertrieben dafür zu bezahlen... Wenn ihr aber unbedingt so einen Steinkreis sehen wollt, dann schaut doch einfach mal im Internet nach, es gibt in sowohl Irland wie auch Groß Britannien unzählige Steinkreise auf Wiesen und Feldern, die man sich kostenlos ansehen kann, weil sie eben kleiner und relativ unbekannt sind.

    Stonehenge

Zwei Einträge kommen noch! 

01Oktober
2014

Abschied von Irland

Mit einem großen, nagelneuen VW Jetta rasten wir also zurück zur Ferienwohnung, das Steuer erstmals auf der richtigen Seite und trotzdem konnte ich mich nicht daran gewöhnen mit meinen Eltern auf der linken Seite der Straße zu fahren, ich zuckte jedes mal zusammen, wenn uns ein anderes Auto entgegen kam. Zweimal hatte es bei unserem eigenen Auto schon kräftig geknallt als unser Spiegel mit dem eines entgegenkommenden Autos zusammen knallte und einklappte.Vorher hatte ich nie ein Problem mit dem Linksverkehr gehabt, aber nun wo meine Eltern fuhren... und dabei fahren sie ja nicht schlecht, es war nur eben so ungewohnt...

Es war also Samstag Abend, am nächsten Tag wollten wir weiter nach England, unser Auto sollten wir Ende der nächsten Woche wieder aus Irland abholen. (YAY! Noch ein Tag Irland!) Aber diesen Abend wollten wir trotz aller Aufregung noch genießen also fuhren wir weiter nach Tralee und fanden einen Tisch im Teach Beag. Natürlich wusste ich, dass das mein letzter Abend in Irland war und es nicht sicher war, wann ich wiederkommen würde, aber das mein Auslandsjahr wirklich schon zu ende war hatte ich bis dahin immer noch nicht realisiert und so wurde es ein merkwürdiger, schöner, aber keineswegs trauriger Abend.

Obwohl wir am nächsten morgen früh los mussten blieben wir bis zum Ende, meine Eltern wussten wohl, wie wichtig mir dieser Abschied war.

Und dann saß ich am nächsten Tag auf dem Deck der Fähre nach England und als ich Irland im Horizont verschwinden sah, wurde mir erst langsam bewusst, dass es jetzt vorbei war. Gut, dass ich das nicht früher realisiert hatte, sonst hätten meine Eltern mich wohl aus dem Pub tragen müssen. 

Bevor wir aber bei der Fähre in Dublin ankahmen, machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Ruine vom 'Rock of Dunamase', die einst eine wunderschöne Burg gewesen sein musste...

Ein letzter Blick auf die so vertrauten Berge Blick vom Rock of Dunamase Blick vom Rock of Dunamase Blick vom Rock of Dunamase Blick vom Rock of Dunamase Blick vom Rock of Dunamase

Wir kamen mitten in der Nacht in Liverpool an, da wir ja kein Auto mit hatten, hatte man uns auf der Fähre kostenlos Kabinen zu Verfügung gestellt in denen wir uns ausruhen und unsere Sachen abstellen konnten. Innerhalb von wenigen Minuten waren wir auf dem ganzen Schiff bekannt und jedes mal wenn wir etwas vom Personal wollten lächelten sie gutmütig und sagten 'ah! Sie müssen die Familie ohne Auto sein!' 

Dublin Dublin Ein letzter Blick auf Irland Unsere Ferienwohnung in England

In Liverpool war ich meinen Eltern keine große Hilfe mehr, ich verstand kein Wort von dem Kauderwelsch, das sie dort sprachen, gut, dass wir uns dort nicht zu lange aufhielten und am nächsten Tag mit einem neuen Mietwagen zur unser nächsten Ferienwohnung in der nähe von Oxford aufbrachen und dort allerfeinstes 'Oxford-englisch' genießen konnten!

 

Fortsetzung folgt 

29Sept
2014

Klippensprünge und Zylinderkopfdichtungen

Die nächsten Tage genossen wir unsere Zeit in Irland, Frühstückten unter blauem Himmel und mit Blick auf die Berge, fuhren den Ring of Kerry ab, erforschten den Killarney National Park, gingen in Killarney aus und standen auf den so imposanten Cliffs of Moher ohne auch nur unsere Hände vor unseren Augen zu sehen. (Nebel). Das Wetter in Irland ist nun mal das Wetter in Irland.

Ich genoss es trotzdem meiner Familie das Land zu zeigen in das ich mich so sehr verliebt hatte und musste immer wieder darüber schmunzeln wie begeistert sie selber waren... trotz ein/zwei Pechsträhnen um die wir nicht herumkamen...

Als wir den Ring of Kerry abfuhren hatten wir allerdings Glück, das Wetter war genau richtig und ich konnte am Ende abhaken was ich ja eigentlich schon zum dritten mal gemacht hatte. Und außerdem den Sprung von den Klippen, so hoch waren sie zwar nicht, aber ich lass es für dieses mal trotzdem gelten. Und überhaupt, meinen Bruder hat es trotz der nicht allzu großen Höhe doch ganz schön viel Überwindung gekostet herunterzuspringen... 

Lakes of Killarney Lakes of Killarney Lakes of Killarney Ladies view Ausblick vom Ring of Kerry Strand am Ring of Kerry Ballycarbary Castle

Der Tag an dem wir uns die Cliffs of Moher ansehen wollten war dagegen ein ziemlicher Reinfall, so mussten wir erst mal ziemlich viel Geld fürs Parken an den Klippen bezahlen (für jede Person extra), fahrt ihr also mit einem Auto zu den Klippen, so lasst am besten alle bis auf den Fahrer schon vor dem Parkplatz aussteigen, damit ihr nur noch für einen bezahlen müsst. Oder ihr habt genug Geld und bezahlt für jeden; von dem Geld wird sich nämlich nicht nur um den Erhalt der Klippen gekümmert, sondern auch um eine kleine Ausstellung über die Klippen und deren Geschichte. 

Trotzdem wenn man dann das Geld bezahlt hat, zu den Klippen kommt und sieht, dass man nichts sieht ist das ganz schön ärgerlich. Statt der Klippen habe ich an dem Tag also Kühe fotografiert...die Klippen hatte ich persönlich ja auch schon vorher gesehen.


Viel schlimmer wurde es aber am nächsten Tag, das Wetter war wieder besser und wir hatten vor nach Cork zu fahren uns das Blarney Castle anzusehen und einen ruhigen Tag in der Stadt zu verbringen.

Wir waren fast am Castle angelangt, als meinem Vater auffiel, dass unser Auto nicht mehr richtig fuhr, wir hielten also an um nachzusehen was los war. Mein Vater öffnete die Motorhaube, dann zischte etwas, Funken sprühten und ihm nächsten Moment flog uns das Auto um die Ohren...und jetzt geht meine Fantasie mit mir durch.  Ganz so aufregend war es dann doch nicht, aber immerhin ein verdammt großer Schaden: Zylinderkopfdichtung kaputt. Für alle die nicht wissen was das heißt: schwere Reparatur, ein ganzer Haufen Geld und vor allem Zeit. 

Das ganze passierte und ein Tag bevor wir weiter nach England wollten. Dieser Tag war also im Eimer, wir verbrachten ihn damit auf und ab zu gehen, uns hinzusetzten, wieder aufzustehen, zu telefonieren, uns alle möglichen Szenarien durch den Kopf gehen zu lassen und darauf zu warten, dass endlich einer von der Versicherung antanzen sollte, um uns zu sagen was jetzt wir jetzt machen sollten. Gute drei Stunden später war es so weit und irgendwie hatten wir letzten Endes noch Glück im Unglück, denn er verschaffte uns den besten Mechaniker der Gegend und fuhr uns dann von einer Autovermietungsstelle zur nächsten, damit wir wenigstens zurück zur Ferienwohnung kommen könnten...

 

Fortsetzung folgt. 

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